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SEO: Über Marktplätze besser bei Google gefunden werden

Auch kleinere Händler können auf E-Commerce-Plattformen ihre Produkte und Angebote einer großen Käuferschaft präsentieren. Aber häufig haben unbekanntere Shops ein Problem mit ihrer Sichtbarkeit – und das nicht zuletzt bei den großen Suchmaschinenbetreibern. Unsere Experten Dominik Bleser und Jan Woelk erklären im Interview, wie Händler über eine Präsenz auf Marktplätzen besser bei Google und Co. gefunden werden.

von Roman Oncsak

Screenshot einer Suchergebnisliste auf google.de

Hallo ihr beiden. Was genau macht ihr bei OTTO?

Dominik: Ich arbeite in einem crossfunktionalen Team bei OTTO als Senior SEO Manager. Hier bin ich insbesondere für die Suchmaschinenoptimierung in den Produktlisten zuständig, also den Gesamtübersichten aller treffenden Artikel, die unsere Kund*innen bei Eingabe eines Suchbegriffes finden.

Jan: Und ich bin sozusagen das Pendant für Produktdetailseiten, also den Seiten, auf denen einzelne Artikel dann mit allen Informationen, Spezifikationen und Vorteilen dargestellt sind. Wir beide stellen also sicher, dass aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung alle Kriterien erfüllt werden, damit diese Seiten möglichst gut, z. B. über Google-Suchen, gefunden werden.

Sichtbarkeit ist eines der größten Argumente für Partner, auf einem Marktplatz zu verkaufen. Welche Rolle spielt Suchmaschinenoptimierung, also SEO (Search Engine Optimization), dabei?

Jan: Viele Nutzer*innen suchen gezielt über otto.de oder die OTTO-App nach Artikeln. Aber oft startet eine Suche nach einem bestimmten Produkt auch in den einschlägigen Suchmaschinen. So werden die Suchenden dann auf Marktplätze oder einzelne Artikel aufmerksam. SEO sorgt dafür, dass diese Artikel – auch die unserer mittlerweile über 6.000 Partner – möglichst gut zu finden sind.

Dominik: Unser Ziel ist es, den Traffic auf der Plattform zu maximieren. Und dafür müssen wir einerseits gute Produkte anbieten, diese aber auch gut inszenieren – auch aus SEO-Sicht. Wir wollen die beste Antwort liefern. Das gilt primär für die Suchanfragen unserer Kund*innen selbst, die bei der Suche nach einem blauen T-Shirt natürlich auch blaue T-Shirts finden sollen. Dafür müssen wir aber auch von den Suchmaschinen selbst als beste Antwort auf eine Suchanfrage eingestuft werden. Das heißt, dass basierend auf den jeweiligen Keywords unsere Seiten am ehesten als Treffer erkannt werden. Wenn wir neben dem besten Einsprung auf die Plattform noch durch eine hervorragende User Experience, wettbewerbsfähige Preise, einen komfortablen Check-out etc. bestechen, dann kaufen unsere mittlerweile 11,3 Millionen aktive Kund*innen natürlich gern. Händler, die bei uns Partner werden, profitieren von der Arbeit der SEO-Teams, ohne dass sie etwas dafür tun müssen – sofern die Produktdaten entsprechend aufbereitet sind.

Dominik Bleser und Jan Woelk SEO Spezialisten bei OTTO

©Dominik Bleser und Jan Woelk

Warum werden Marktplätze wie OTTO in der Regel besser bei Google gefunden?

Jan: Man muss klar sagen, dass OTTO als Marktplatz eine große Domain mit langer Historie ist – wir sind mit otto.de immerhin schon 1995 online gegangen. Demnach genießt die Seite auch viel Vertrauen bei Kund*innen und Suchmaschinen. Unbekanntere Händler mit neuen und kleineren Websites haben es oft schwer, weit oben in den Suchergebnissen zu ranken. Sie müssen ihre Domains und das Vertrauen in sie erst langwierig aufbauen. Das ist oft nur mit hohem Aufwand möglich , für den vielen Händlern naturgemäß die Expertise oder auch die Kapazitäten fehlen. OTTO als Marktplatz hat bereits eine hohe Sichtbarkeit, von der neue Produkte und Partnersortimente profitieren. Das ist aber auch nur möglich, weil wir ganze Expert*innen-Teams haben, die sich täglich damit beschäftigen, diese Sichtbarkeit zu optimieren. Unseren Partnern bieten wir darüber hinaus durch unsere internen Informationsangebote wertvolle Tipps, um ihre Produktauffindbarkeit noch weiter zu optimieren.

Dominik: Wir arbeiten zudem ständig daran, unsere Rankings zu möglichst vielen Suchanfragen immer weiter zu verbessern. Und das mit Erfolg: Zu vielen transaktionalen Suchanfragen bei Google und Co. findet man direkt OTTO-Einträge – vielfach auch Artikel unserer Partner – auf den ersten Plätzen der Suchergebnisseiten. Das zeigt: SEO wirkt! Die Suchmaschinenoptimierung ist neben anderen Kanälen im Online-Marketing-Mix wie Newslettern, Suchmaschinenwerbung (SEA), Sponsored Display Ads (SDA) etc. ein wichtiger Traffic-Treiber.

Was müssen Partner bei ihrer Produktbeschreibung beachten, um über Marktplätze besser bei Google gefunden zu werden? 

Jan: Ich empfehle immer, sich in die Käufer*innen zu versetzen und zu überlegen, welche Informationen sie benötigen, damit wirklich keine Fragen im Kaufprozess offenbleiben. Welche Spezifikationen hat das Produkt? Für welche Anwendungsfälle ist es besonders gut geeignet? Welches Problem löst es? Auf diese Weise lässt sich auch ohne viel SEO-Know-how guter Content erstellen. Ich würde jedem raten, auch einmal selbst in die Recherche zu gehen, wonach in meinem spezifischen Segment besonders häufig gesucht wird.

Dominik: Nehmen wir den Klassiker: Eine große Familie wird sich bei einer Waschmaschine fragen, wie groß das Fassungsvermögen ist, wie hoch der Verbrauch, welche Waschprogramme es gibt, wie das Gerät mit Tierhaaren fertig wird – diese typischen Frage- und Problemstellungen sollte ein Produkttext adressieren. Wenn diese Fragen auf einer Produktdetailseite unbeantwortet bleiben, droht der Absprung der Nutzer*innen – und das wollen wir natürlich vermeiden.

Was können Unternehmen neben SEO-Maßnahmen sonst noch tun, um im Internet besser auffindbar zu sein?

Jan: Es geht immer darum, die besonderen Differenzierungsmerkmale eines Produkts hervorzustellen und einen Mehrwert für Nutzer*innen zu schaffen. Die Produktdarstellung muss ebenso informativ wie attraktiv sein. Da sind neben guten Texten auch ausgezeichnete Bilder oder Rich Content Videos etc. entscheidend. Verkaufende Unternehmen können aber auch eigenen Content in Blogs und Social Media kreieren, der auf den Shop verlinkt. Denn wie bei SEO geht es immer darum, die Zielgruppe erst einmal auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen und auf die Seite des Shops zu leiten.

Dominik: Das kann natürlich auch unterstützend über Werbung passieren sowohl online als auch offline, je nachdem, wo die eigene Zielgruppe am ehesten erreicht wird. Darüber hinaus sollte rein technisch die SEO-Basis-Arbeit gemacht sein, um Barrieren zu vermeiden, die die Auffindbarkeit behindern.

About the author Roman Oncsak

Roman Oncsak has been with OTTO since December 2022. His responsibilities include communications consulting for the Technology department and its Executive Board, as well as editorial work for all external channels, where he is the "last text instance" to apply the digital red pen. Previously, Roman was active as a communications consultant and editor in the Hamburg agency world and most recently was responsible for the international communications of the European B2B platform provider Visable as Senior Corporate Communications Manager. Notoriously hobby-less by his own admission, Roman spends his time on hobby-related activities such as cooking, reading, music and pop culture. He lives in Eimsbüttel.

Roman Oncsak
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